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Ihre Küche richtig planen

von Alexandra Bönig

Ihre Küche richtig planen

Endlich ist es soweit - der Küchenkauf ist beschlossene Sache. Sie wissen bereits, wie die neue Küche aussehen soll. Sie soll genauso aussehen, wie Sie sie in der Ausstellung oder im Prospekt gesehen haben. Das ist schon einmal eine gute Basis aber lange noch nicht alles. Die Optik einer Küche ist wichtig, aber wichtiger ist die Funktionalität der Küche. Diese muss sich Ihren Arbeitsabläufen anpassen und ergonomisch sinnvoll geplant sein, damit Sie lange Freude an Ihrer neuen Küche haben und Ihnen das Arbeiten leicht von der Hand geht. Die Küche ist kein Produkt von der Stange und bietet viele individuelle Möglichkeiten. Damit auch Sie die passende Küche finden, gilt es, sich im Vorfeld gut zu informieren und zu planen.

Die ersten Überlegungen betreffen meist die Optik, sprich Frontenfarbe und die passende Arbeitsplatte dazu. Die neue Küche erscheint vor dem geistigen Auge und die Vorstellungen reichen bis zur kompletten Küchenrauminszenierung. Neue Tapeten und eventuell neue Gardinen sind auch schon geplant, um die Küche ganz neu zu erleben. Eventuell wurde auch schon über die eine oder andere Besonderheit bei den Schränken oder den Elektrogeräten nachgedacht.

Das ist schon einmal ein guter Anfang. Wenn Sie die Küche jedoch nicht nur als Showobjekt in dem Küchenraum platzieren möchten, sondern, wie es normalerweise üblich ist, in der Küche auch arbeiten möchten, dann gilt es, sich im Vorfeld nicht nur über die Optik Gedanken zu machen, sondern auch über die richtige Planung.

 

Bei der Küchenplanung sollten vordergründig ergonomische Gesichtspunkte stehen. Das heißt, dass sich die Arbeitsbedingungen an den in der Küche arbeitenden Personen anpassen. Die Arbeitsabläufe sind so zu planen, dass alles Notwendige bei der Essenzubereitung oder bei der anschließenden Reinigung Hand in Hand geht. Ergonomie bedeutet auch, dass die körperlichen Belastungen, die bei der Küchenarbeit entstehen, so gering wie möglich gehalten werden.

Das hört sich jetzt alles ziemlich kompliziert und zeitintensiv an - und Sie wollten doch eigentlich nur eine neue Küche kaufen.

Kompliziert ist es nicht, aber etwas Zeit für die Küchenplanung sollten Sie sich schon nehmen. Denn ein paar Überlegungen im Vorfeld helfen dabei, dass Sie später die optimale Küche für Ihre Wohnsituation erhalten.

Die Küche bietet viele Möglichkeiten in Planung und Gestaltung. Vielleicht haben Sie sich schon immer eine andere Küchenform gewünscht als die vorhandene, aber den Gedanken aufgrund der vorhandenen Anschlüsse gleich wieder verworfen. Seien Sie kreativ und planen Sie sich Ihre Wunschküche. Das Küchenstudio kann vieles möglich machen. Der Küchenplaner muss nur von Ihren Wünschen und Vorstellungen von vornherein wissen. Um nun für das Planungsgespräch gut vorbereitet zu sein, oder um die Küche auch selbst planen und gleich zum Küchenkauf übergehen zu können, gibt es einiges zu wissen und zu beachten. Wenn Sie die folgenden 9 Punkte berücksichtigen sind Sie gut informiert und dem Küchenkauf sollte nichts mehr im Wege stehen.

Die nachfolgenden Punkte sind kein Dogma in ihrer Reihenfolge und können ganz individuell nach Ihrem Wissensstand oder Ihren Vorüberlegungen berücksichtigt werden.

 

 

1. Küchenaufmaß

Das Ausmessen des Küchenraumes sollte jedoch immer an erster Stelle stellen. Der Grundriss der Küche und die weiteren Skizzen in denen die festverbauten Elemente wie Wasser- und Elektroanschlüsse, Steckdosen aber auch Fenster, Türen, Heizung und mögliche Wandvorsprünge eingezeichnet werden, sind Grundlage jedes Küchenkaufes. Wichtig ist, dass alles, was fest an den Wänden oder in dem Raum verbaut wurde, auch auf den Zeichnungen wiederzufinden ist. Wenn Sie Ihre Küche wieder an der Wand planen, an der sich bereits die vorhandene Küche befindet, kann es ausreichen, nur eine Skizze der Wände anzufertigen, an denen sich die Küche befindet wird. Planen Sie jedoch eine ganz neue Küchenform und ein neues Raumkonzept, ist es für den Küchenplaner unerlässlich, den gesamten Raum mit allen festverbauten Elementen betrachten zu können. Wichtig ist das genaue Messen, gerade wenn Sie eigenständig die Planung übernehmen und die Küche z.B. über das Internet kaufen möchten.

Küchenaufmaß

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Küchenaufmaß aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

2. Bedarfsanalyse (Soft facts)

Lebenssituationen ändern sich. Die Familie hat sich vergrößert, oder die Kinder sind nun aus dem Haus. Vielleicht haben sich auch Ihre Interessen geändert und Sie betrachten das Kochen jetzt als Hobby und sind zum ambitionierten Koch/Köchin und hervorragenden Gastgeber/in geworden. Das hat alles Einfluss auf die Küchenplanung.

Ein weiterer Punkt in den Vorplanungen ist der Stauraum. Wie, wie viel und wo werden Lebensmittel, Töpfe, Teller, Tassen und Co. verstaut? Reicht der bisherige Platz aus oder wird für die zukünftige Küche mehr Stauraum benötigt?

Mit der Bedarfsanalyse können Sie und auch der Küchenplaner wichtige Fragen klären. Das hilft Ihnen bei Ihren Überlegungen und dem Küchenplaner bei der Realisierung der neuen Küche, die ganz auf Ihre individuelle Lebenssituation abgestimmt werden kann.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Bedarfsanalyse I aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

3. Küchenzonen

Die Arbeitsbereiche in der Küche werden in sogenannte Küchenzonen aufgeteilt. Man unterscheidet zwischen

  • dem Arbeitsbereich also Vor- und Zubereiten der Lebensmittel und Speisen
  • dem Bereich für Kochen und Backen
  • dem Spülenbereich
  • der Aufbewahrungsbereich
  • und der Bereich in die Lebensmittel bevorratet werden

Meist ergibt sich aufgrund des normalen Arbeitsablaufes per se eine sinnvolle Anordnung der Küchenzonen. Zu beachten sind die Abstände zwischen den einzelnen Küchenzonen, damit die Arbeit wie „am Fließband“ laufen kann. Zu weit auseinander sollten die Zonen jedoch nicht liegen, damit die Laufwege in der Küche nicht unnötig verlängert werden. Als besonders effizient hat sich das Arbeitsdreieck / Kochdreieck bewiesen. Dieses beschreibt das Arbeiten im Dreieck und reduziert die Laufwege auf das Minimum. Bis auf die Küchenzeile, bei der in einer Reihe gearbeitet wird, lassen sich bei jeder Küchenform das Arbeitsdreieck realisieren.

Für ein effizientes Arbeiten ist es ebenfalls wichtig, dass die Küchenhelfer griffbereit in den jeweiligen Küchenzonen verstaut werden. In die Vor- und Zubereitungszone gehören z.B. Schalen und Messbecher genauso wie Reiben, Messer, Scheren und Gewürze.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Küchenzonen aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

4. Küchenformen

Die Küchenformen werden eingeteilt in:

einzeilige Küche
Einzeilige Küche

zweizeilige Küche
Zweizeilige Küche
L-förmige Küche
L-förmige Küche

U-förmige Küche
U-förmige Küche
G-förmige Küche
G-förmige Küche
Inselküche
Inselküche

Die Formen sagen nichts über die Größe der Küche aus, sondern nur über die Form. Die Küchenform ist oftmals, bedingt durch die Raummaße oder bereits gelegten Wasser- und Elektroanschlüssen, vorgegeben bzw. es bieten sich hierdurch bestimmte Küchenformen an. Wenn die vermeintlich optimale Küchenform Ihnen aber einfach nicht gefallen möchte, können Sie entweder durch Verlegen der Wasser- und Elektroanschlüsse die Form ändern oder durch geschickte Planungen gewisse Gegebenheiten umgehen. Vielleicht möchten Sie Ihre Küche mit dem angrenzenden Esszimmer oder Wohnzimmer verbinden und offener gestalten. Wenn die Statik es erlaubt ist durch Entfernen einer Wand auch das Öffnen der Küche zum Wohnraum kein Problem. Sie sehen, es ist fast alles möglich.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Küchenformen aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

5. Ergonomie

Richtige Arbeitshöhen, sinnvolle Arbeitsabläufe und bequemes Arbeiten in der Küche.

Das Planen der richtigen Arbeitsabläufe und der richtigen Arbeitshöhe aber auch die optimale Wahl der Küchenschränke ist elementar wichtig. In der Küche wird sich oft gebückt oder gesteckt, um z.B. Geschirr aus den Schränken zu holen oder entsprechend zu verstauen. Störende Hängeschranktüren beim Öffnen sind nicht nur ärgerlich, sie können auch unangenehm werden, wenn man sich an ihnen stößt. Hängeschränke mit Öffnungssystemen, die die Schranktür nach oben hin öffnen, bieten eine sichere und einfache Schranknutzung. Unterschränke mit Auszügen schaffen einen optimalen Überblick über den gesamten Inhalt des Schrankes. Zudem erleichtern sie die Nutzung und das „in den Schrank kriechen“ ist vorbei. Gerade wenn sowohl Rechts- als auch Linkshänder die Küche nutzen, bieten sich diese Schränke besonders an, denn das Öffnung der Schränke und der Arbeitsablauf ist bei Linkshändern entgegengesetzt die des Rechtshänders.

Ergonomie ist ein wichtiger Bestandteil der Küchenplanung und sollte nicht vernachlässigt werden.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Ergonomie aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

6. Schrankauswahl

Sie haben sich nun Gedanken über die Küchenformen und über die Anordnung der Küchenzonen gemacht. Ihre Küchenplanung betrachten Sie nun auch aus ergonomischen Gesichtspunkten. Dann kann es jetzt an die Schrankauswahl gehen. Die Küchenhersteller bieten in ihren Küchenprogrammen sehr viele Schrankvarianten, die sich in der Aufteilung, in der Öffnungstechnik und selbstverständlich in der Breiten, Höhen und Tiefen unterscheiden.

 

Einige Hinweise zu den Schränken:

Auszugsschränke sind sehr komfortabel in ihrer Benutzung. Der Inhalt des Schrankes lässt sich mit dem Auszug komplett aus dem Korpus ziehen und bietet somit optimale Übersicht über den gesamten Inhalt. Des Weiteren müssen Sie bei Auszugschränken nicht mehr in den Schrank klettern, um den Topf in der hintersten Ecke hervorholen zu können.

Auszug InnoTech von Hettich
Foto: Hettich

 

Bei Hängeschränken sollte nach Möglichkeit auf Öffnungssysteme umgestiegen werden, die die Schranktür nach oben hin öffnen. Hier haben Sie die Wahl zwischen z.B. Faltklappentüren, Lifttüren und Schwenksystemen. Hängeschränke gibt es auch als Jalousieschränke, die teilweise elektrifiziert sind.

Liftklapenschrank von Alno Hängeschrank mit Schwenk-Lift von Alno
Fotos: ALNO AG  

 

Eckschränke sind dank heutiger Technik keine toten Ecken mehr. Die Eckschränke bieten mit den Auszugstechniken viel Stauraum und Übersichtlichkeit.

MagicCorner von Kesseböhmer LeMans von Kesseböhmer
Fotos: Kesseböhmer  

 

Hochschränke sind wahre Stauraumwunder und können sehr gut zum Aufbewahren oder Bevorraten genutzt werden. Auch bei den Hochschränken hat die Technik kein Halt gemacht. Diese verfügen ebenfalls über Systeme, die die Regalböden entweder einzeln herausziehen lassen oder komplett als Gesamtübersicht aus dem Schrank ziehen. Mit diesen Systemen hat man alles im Blick und auf Vorrat gekaufte Lebensmittel werden nicht mehr übersehen und vergessen.

Hochschrank von Leicht Küchen Hochschrank mit Innenschubladen von Leicht Küchen
Fotos: Leicht Küchen  

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Schrankauswahl aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

7. Materialauswahl

Über das Design Ihrer neuen Küche haben Sie sich bestimmt schon Gedanken gemacht. Aber haben Sie sich auch schon Gedanken darüber gemacht, aus welchem Material die Fronten, die Arbeitsplatte und die Nischenverkleidung sein sollen? Die Unterschiede des Materials liegen nicht nur im Preis sondern auch in ihrer Langlebig- und Belastbarkeit. Einge Materialien sind empfindlicher als andere. Hier kommt es darauf an, wie Sie die Küche nutzen möchten und wie strapazierfähig diese letztendlich sein muss.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Kleine Materialkunde aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

8. Bedarfsanalyse (Hard Facts)

Wenn Sie die zweite Bedarfsanalyse bearbeiten, wissen Sie schon ziemlich genau, welche Schränke Sie möchten, welche Elektrogeräte Sie favorisieren und aus welchen Materialien die Küchenbestandteile sein sollen. Mit der zweiten Bedarfsanalyse können Sie noch einmal alles festhalten, was Sie gelesen haben und welche Vorstellungen und Wünsche Sie bei Ihrer neuen Küche realisieren möchten.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Bedarfsanalyse II aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

9. Tipps zur Fehlervermeidung

Sollten Sie sich entschlossen haben, Ihre Küche selbst zu planen, dann können zur Überprüfung Ihrer Küchenplanung die Hinweise und Tipps unter der Rubrik Küchenplanung/Fehler vermeiden vielleicht dienlich sein.

Die Küche ist ein sehr umfangreiches und planungsintensives Produkt, bei dem vieles berücksichtigt werden muss.

 

Lesetipp Lesen Sie hierzu Fehler vermeiden aus unserem Kapitel Küchenplanung

 

 

 

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